Samstag, 28. August 2010

Korfu

Heute ein kurzer und etwas wehmütiger Rückblick zu den schönen Tagen auf Korfu. Heiß war es, wie im letzten Jahr in der Türkei, das lähmte unseren Unternehmungsdrang etwas. Für Korfu-Stadt mit den schönen Häfen, der alten Innenstadt, den Museen und alten Festungen war es einfach die falsche Zeit. Doch haben wir in einer Woche per Mietwagen einen großen Teil der Insel erkundet, Plätze gefunden an denen wenig Tourismus herrscht, ebenso einsame Buchten und uns einen ganzen Tag an der herrlichen Westküste in Paleokastritsa, wo es Strände gibt, die nur per Boot erreichbar sind, mit einem Motorboot gegönnt. 


Abenteuerlich schön war es. Ich habe noch NIE als Beifahrer im Auto solche Schweißausbrüche bekommen, wie auf Korfu. Nein, ehrlich gesagt, ich hatte noch nie als Beifahrer Schweißausbrüche. Im Vergleich zu deutschen Verhältnissen ist die Streckenbeschilderung schlecht, zumindest die mit der internationalen Bezeichnung (wenn man sie sieht, ist man meist am Abzweig schon vorbei), Straßenbezeichnungen sucht man meist vergeblich und das Verhalten der Zwei- und Vierrad-Verkehrsteilnehmer hat nichts mit den geltenden Regeln zu tun. Die Fahrten waren nicht nur für den Fahrer anstrengend. 

Einmal hatte ich die Befürchtung, dass wir mit dem Auto in einem Bergdorf zwischen den Häusern stecken bleiben oder zwei Reifen den Treppenabgang an einem Haus nehmen werden. Ich schwöre, wäre ich am Steuer gewesen, hätte ich die Arme verschränkt,die Augen geschlossen und mich, bzw. das Auto keine cm weiter bewegt. Mein Schatz blieb jedoch ruhig, als ich auf rückwärts fahren bestand u. setzte auch dazu an, bis ein hupender Korfiote ihn zur Weiterfahrt nötigte.... Fast bin ich mir sicher, dass ich dann doch einen Schweißtropfen auf seiner Stirn erkennen konnte. Weiter ging das Abenteuer noch am gleichen Tag, wir folgten einem handgemalten Schild mit der Aufschrift: secret beach. Klar ist der secret, wer traut sich schon über solch sandigte, enge Feldwege erst einen Berg hoch und auf der anderen Seite wieder hinab zu fahren? Kaum mal eine Ausweich- oder Wendemöglichkeit, zum Glück kamen uns nur Motorroller entgegen. Dafür fanden wir aber einen herrlichen, fast leeren Strand mit ganz klarem Wasser vor! Leider konnten wir die Zeit dort nicht alle ganz entspannt genießen, zumindest ich hatte leichte Panik davor, ob uns der Chevrolet Matiz auf dem Rückweg nicht im Stich lassen würde und dass es Gegenverkehr geben könnte. Doch alles ging gut! 


Hoch im Norden der Insel haben wir einige schöne felsige Strände (Peroulades, Sidari, Kassiopi) gesehen, doch wir waren froh, nicht dort gewohnt zu haben. In einer kleinen Taverne abseits der Hauptstraße (der Ortsname bleibt mein secret ;o) haben wir dann Rast gemacht und gut gegessen. Scheinbar war ein Stückchen weiter ein Strand... tatsächlich, dort gab es wenige Appartmentanlagen und einen langen Strand mit feinem hellen Sand. Dort hätte ich mir einen Urlaub abseites vom touristischen Troubel der großen Ferienorte gut vorstellen können, vorausgesetzt wir hätten dauerhaft einen PKW gehabt. 

Erwähnenswert ist noch die tolle Aussicht auf Ost-,West- und Südküste vom "Kaiser´s Thron" in Pelekas, die schon der einstige deutsche Kaiser Wilhelm II. genossen hat. Auf dem Weg dorthin entstand das Foto hier oben, bei einer Rast in einem Cafe. Diesen Blick hätte ich stundenlang genießen können, fast so lange dauerte es auch, bis ich die meisten der fiesen kleinen Stacheln einer Kaktusfrucht wieder aus meinen Fingern entfernt hatte. Einen herzlichen Dank an die netten Wirtsleute, die mir eine Nadel und Pinzette zur Verfügung stellten. Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich es hätte wissen müssen, denn meinem Sohn war zwei Tage vorher das Gleiche passiert., doch ich war überzeugt, dass er die Stacheln vom Kaktus selbst hatte, nicht von einer Frucht. 

Von Kanoni (direkt bei Korfu-Stadt) aus, hat man einen herrlichen Blick auf startende und landende Flugzeuge. Sie sind fast zum Anfassen nahe. Es sieht aus, als würden sie im Wasser landen, wenn sie zwei Meter früher aufsetzen würden.  Für Leute die Flugangst haben ist es jedoch nicht unbedingt empfehlenswert dorthin zu gehen


Die Wahl unseres Hotels in Moraitika wurde eindeutig nach finanzellen Aspekten getroffen. Wir hatten uns geeinigt, lieber mehr in die Unternehmungen vor Ort zu investieren, schließlich schläft und ißt man in der Hauptsaison lediglich dort. Von diesem Standpunkt aus betrachtet war es ok. Einfach, sauber, das Essen hat geschmeckt, der Strand vor dem Hotel jedoch total überfüllt und laut. 500m weiter war es aber herrlich ruhig, denn soweit haben sich kaum Leute von der all inclusive Bar wegbewegt.  Auf den ersten Blick schien das Hotelpersonal ständig mürrisch zu sein. Hat man aber auf englisch etwas mehr Konversation mit ihnen betrieben als nur "Cola" oder "2 Ouzo, 2 Bier" ohne ein Lächeln, Bitte oder Danke, entdeckte man auch den netten Menschen hinter der starren Fassade und erfuhr Interessantes aus der Umgebung oder aus dem Leben der in der Touristik Branche Beschäftigten außerhalb der Saison. 

Am letzten Abend waren wir in der Altstadt von Moraitika in einem im Marco Polo Reiseführer als Tipp genannten Restaurant essen. Es liegt herrlich, hatte jedoch nichts anderes auf der Karte als die zuvor besuchten Restaurants, wenn nicht sogar weniger, es hat nicht besser geschmeckt, war aber dafür etwas teurer. 


Korfu ist eine wunderschöne Insel, der Urlaub war toll und wir können hoffentlich noch lange von der Erholung zehren! Oben beim Gästebuch sind zwei Links mit weiteren Fotos !






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hier seid ihr eingeladen, Meinungen, Grüße oder andere Nettigkeiten zu hinterlassen!